
In einem ihrer Texte erläutert Cornelia Vismann im Rückgriff auf die einschlägige Literatur ihre Vorstellung davon, was ein Diskurs sei: Diskurs ist Passage und Säulengang in Bologna. Diskurs sind die Arkaden/ arkadischen Zonen in der Stadt am Hang, der mit der Universität und den Juristen und dem Regime (dem päpstlichen Regime, das man an der Malschule und inbesondere an Guido Reni exemplarisch charakterisieren kann). Was sonst noch so Diskurs ist (es kann doch schließlich sein, dass Diskurs nicht nur in Bologna vorkommt und es auch anderswo Diskurs gibt), das muss sich an den bologneser Gängen messen. Eine andere Panthersituation: einem ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben Welt.
Neben Vismanns Texten zu den Graphien ist ihr Text über Bologna Zeugnis ihrer Faszination für das ‚römische‘, d.i. eine Faszination für die Koextension von Recht und Stadt, an der die Unterscheidung von Staat und Gesellschaft vorbeigeht.

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