Reading Vismann

Wo Pflugzeug war, soll Flugzeug werden!
Cornelia Vismann, in: Odysee und Nahverkehr (2012)
Der Name klingt die ausgedacht, ist er ja auch: Cornelia Vismann ist hier auch Melencolia § 2, sie spricht (ver-)lustig. Sie wendet die Szene in einen kafkaesken Satz, der aus einer Geschichte stammt, die der Prager Versicherungsjurist mit dem Bahnhof, einer Uhr, einer Aufgabe und dem Kommentar assoziiert hat. Die Geschichte, die im Geschichte dieser Szene (einer Passage mit Film) sitzt, trägt bei Kafka zwei Titel, nämlich: Gib’s auf/ Ein Kommentar.

I.

Via Cornelia ist eine antike römische Straße (Trasse/ Street), die nicht in Nord/Süd-Richtung verläuft, sondern in West-Ost-Richtung verläuft. Entweder beginnt diese Straße am Mons Vaticanus oder sie endet dort. In jedem Fall ist Westrom der östliche Pol dieser Linie. Ja was denn sonst?

Welche Straße soll man sonst Via Cornelia nennen? Welcher Verkehrsweg, wenn nicht der, der seit der Antike so verläuft, soll via Cornelia verlaufen? Valerius Maximus und Titus Livius schreiben, dass über die Via Cornelia die Vestalinnen, wüst kochende und (ver-)heerende Priesterinnen versetzt wurden. Nach Caere, klar, wohin sonst? Mich überrascht hier gar nichts mehr. Keine Krise kann mich schocken. Der Ort Caere hieß in der Frühzeit Kaiserie und später Caisra. I believe it sofort.

Caera kann man mit Caixa/ Cache übersetzen, denn das ist eine Hafenstadt, Landungmöglichkeit, dort kescht man die Schiffe, die Matrosen, die Fische und die Vestalinnen. Ich weiß, ich Fischli! Wozu bin ich denn römisch? Dorthin wurden die vestalischen Nymphen versetzt, dort vernetzt, nachdem sie aus Rom versetzt wurden. Caere, Kaiserlei, Kreisverkehr, Kreistadt am anderen Ende der Via Cornelia, nicht an dem Ende, wo der monströse Kreischhügel namens Mons Vaticanus liegt, da ist eine Hafenstadt und wird es immer bleiben, so lange die Archen schiffen.

Chaisrie, Chaire, Caisra oder auch Cisra, so heißt die Hafenstadt in etruskisch quillenden Quellen (sic!) mit entsprechenden Quallen oder Medusen, mit noch in kleiner Form kapitalen Schlangenbuchstaben (unter anderem (s) geschrieben. Who’s afraid of letter? Caera ist der Stuhl oder Sitz, den man zur besseren Unterscheidung vom heiligen Stuhl nicht den heiligen Stuhl oder Sitz nennt. Wo Caera/ Chaire ist, da ist Carne und Fleisch unter dem Mond, da ist chair du monde. Das hat den praktischen Vorteil und die praktische Nebenwirkungen, dass man dann auch Ost und West auseinanderhalten kann, denn der heilige Stuhl liegt im Osten dieser Straße und der Stuhl, den man nicht heilig nennt, der liegt im Westen dieser Straße.

Via Cornelia ist die Chausse (Chose/ Causa/ Sauce/ Schoß/ Schloß). Die Via Cornelia pendelt zwischen Kaiserie und Vatikan, chair du monde und santa sede, der seinen Namen freiwillig von den Säuglingen hat, die sich mit ihrem letzten Schrei besonders brüsten. Welchen Weg sonst soll‘ man bitte schön Via Cornelia nennen, wenn nicht diesen?

Wenn das nicht der passende Name schlechthin ist, kündige ich sofort!

et in weimar ego (2012)
Der Film ist ein Kommentar zum Azephalen. Er stellt auch die Frage, wo dem Recht der Kopf steht. Der Film ist kapillar gefasst.

Kommentar verfassen