
Was sind Letter? Letter sind Objekte, die lassen und gelassen sind. Sie sind Grenzobjekte. Sie sind unbeständig (inquiet/disquiet). Sie ragen, rasen, rasieren, radieren, reizen, rationieren, raisonieren, rächen, richten, riechen, reichen, ringen, rinnen, rennen, reihern, reihen, regen auf und ab, regnen, regeln, und regieren. Letter sind zwieschichtige Objekte. Sie sind kleine und kleinste Objekte. Letter sind Elemente von Apparaten und Denkmaschinen. Wo etwas künstlich ist, da können Letter sein. Wo etwas fiktiv ist, wo etwa kontrafaktisch ist, wo etwas kreuzt: da können Letter sein.
1.
Wo waren wir stehen geblieben?
Wo sind wir jetzt? Hier, im zweiten Absatz eines Aufsatzes, den der Rechtshistoriker Yan Thomas zum römischen Fallrecht und zur Rhetorik offensichtlich ab- und aufgeschrieben hat. Dieser Absatz beginnt in der Form (mit oder ohne Gänsefüsschen) mit marxistische(r) Kritik. Die Forschung zur Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken interessiert sich bei der Lektüre für das, was am Recht kooperiert – und insoweit auch dafür, was bei Lektüren kooperiert. Insoweit fällt auf, dass der Anfang dieses Absatzes rekursiv und mimetisch ist. Der Anfang des Absatzes ist nämlich, um auf den Titel zurückzugreifen, aus Dingen und Worten gemacht. Eine Frage stellt sich unter anderen:
Fängt Thomas wirklich mit marxistischer Kritik an? Schreibt er hier marxistisch, imitiert und simuliert er hier Marxismus, gibt seine Formel marxistischer Kritik etwas von marxistischer Kritik wieder? Wir lesen Yan Thomas zur selben Zeit um etwas über Letter zu erfahren und erfahren es durch Letter.


Thomas‘ Kritik der marxistischen Kritik übersetzen wir bolisch. Danach lesen wir in den ersten beiden Sätzen dieses zweiten Absatzes folgendes:
Marx‘ Kritik hat eine Intention, die von einem Apparat getragen wird. Ein Apparat lässt Marx‘ Absicht, Willen oder Begehren erscheinen. Intention verstehen wir nämlich als Absicht, Begehren und/oder Willen. Absicht verstehen wir als Oszillation von Willen und Begehren. Wille verstehen wir als etwas, was durch ein Urteil vom Begehren übernommen, zu eigen gemacht und veranwortet wird. Das Begehren (ein Verkehren und Verzehren) kommt aus der Fülle, einer Fülle von Formen, durch die Regungen gehen. Der Bedarf kommt aus dem Mangel – und wir hatten uns entschlossen, ihn auszuschließen aus der Lektüre. Also können wir unter Intention jetzt technisch nur noch Absicht, Willen und/ oder Begehren verstehen, nicht aber einen Bedarf.
Thomas spricht von Intention – und wir können nicht sagen, was genau an seinem Sprechen indistinkt wäre. Wir können auch nicht sagen, ob er an der Stelle, an der er behauptet, dass die Marxistische Kritik indistinct sprechen würde, unscharf oder ungenau wäre. Denn an dem Satz ist alles scharf und präzise. Alles daran geht nämlich mit Begehren sowie Willen einher und ist insoweit vorbildlich geschnitten und geschrieben, insoweit gesichert präzise. Wir begehren sein Begehren und haben an seinem Bedarf keinen Bedarf. Wir lesen den Satz aus der Fülle der Formen heraus, nicht aus einem Mangel. Thomas sagt also, dass eine marxistische Intention (Absicht/ Wille/ Begehren) von einem Apparat getragen wird oder dass es ein Apparat ist, in dem, mit dem und durch den Betrachtungen die Intention erscheinen lassen. Apparat ist, was einerseits scheinbar, anderseits offenbar ist. Das Schein- und Offenbare intendiert etwas. Die Intention ist schein- und offenbar. Es gibt nach Yan Thomas Effekte, Thomas nennt sie Effekte sozialer Relationen. Wir lesen beide Genitive, verstehen also den Effekt als Subjekt und als Objekt sozialer Relation, Wir verstehen die soziale Relation sowohl als Subjekt als auch als Objekt des Effektes. Wir verstehen also auch die Relation als Rekursion. Diese Effekte existieren. Die Existenz ist effektiv.
Echoing in my mind: i am a lawyer, lover and liar: I love vorgeschobene Linien and vorgeschobene Linien love me. I like frequently asked questions and frequently asked questions like me. Wie man in einen Wald ruft, so schallt es zurück, vielleicht etwas schwächer, vielleicht dantesker oder komödiantischer kommt das zurück, was ausging in den Wald/ ins Wilde/ ins Bild. Wie man gegen eine Felswand ruft, so schallt es zurück, vielleicht etwas stärker als im Fall eines Waldes. Auf jeden Fall existieren Effekte und auf jeden Fall ist Existenz effektiv. Es gibt auf diese Weise soziale Relationen. Die sollen, das soll Marx intendiert haben, demaskiert werden. Ihnen soll jene Maske/ jenes Theatrale/ jenes Persönliche abgenommen werden, das vom Recht eingeschlossen, mitgemacht und so ‚passiert‘ wird; to encompass: Etwas einnehmend und begleitend passieren lassen. Die marxistische Kritik gibt den vom Recht umgriffenen oder umringten sozialen Relationen formale Existenz. Die marxistische Kritik hat die Intention (Absicht/ Willen/ Begehren) diejenigen gesellschaftlichen Relationen zu demaskieren (Masken abzunehmen/ zu entstellen/ ihre Verstellung zu beenden/ zu anonymisieren/ zu entkleiden/ nackt erscheinen zu lassen/ brutal erscheinen zu lassen), die durch das Recht ringen . Doch/ Aber: Die marxistische Kritik verwirrt/ vernebelt/ verschleiert.
Die Lektüre macht die beiden ersten Sätze nicht leichter und nicht schwerer als sie sind. In unserem Forschungsprojekt zu Lettern arbeitet Ino Augsberg mit, und zwar mit einem Aufsatz zur Übersetzung und zu kleinsten Elementen einer Übersetzung. Augsberg befasst sich mit einem Brief (letter) von Luther und demjenigen Kleinen, das erstens elementar und damit zweitens ein Erstes sein soll. I know: Ino ließ sich leidenschaftlich von Ladeur anleiten (me: no!), yet, jetzt laut und deutlich gesagt, lauter Deutungen produktiv nutzend: Er arbeitet heraus, dass die Letter rekursiv einsetzen, also dasjenige übersetzt werden soll, was selbst bereits übersetzt ist. Darum auch bolische Übersetzung: weil die Übersetzung nirgends eine Stelle findet, an der sie beständig geparkt werden kann. Alles pendelt (so sagt was Warburg). Alles reist und reisst doch: noch in der Unbeständigkeit entwirft der Text etwas. Darum reicht ja auch das Recht. Darum muss man gar nicht fordern, das Recht zu öffnen oder zu schließen. Darum ist das, was wir tun, keine Nachbarwissenschaft, sondern Maulwurfswissenschaft: Die Archäologen umpflügen ein Recht/ pflügen ein Recht um, das auch im Aufsitzen nicht aufhört, auszuschlagen.
Die bolische Übersetzung macht den Text von Yan Thomas nicht komplizierter als er ist, sie macht die Lektüre auch nicht leichter. Mir kommt es bei der bolischen Übersetzung dieser zwei ersten Sätze vauch darauf an, Aufmerksamkeit für die Wiederholung und Unbeständigkeit zu schärfen, die mit Rekursion und Mimesis einhergeht. Ich möchte nicht nur die Aufmerksamkeit dafür schärfen, dass Thomas in seinen Gegenstand verstrickt ist, sondern auch dafür, dass er auch mit dieser Verstrickung selbst noch Intentionen (Absichten/ Willen/ Begehren) verfolgen kann. Trotz Verstrickung in den Gegenstand kann Thomas aus seinem Gegenstand etwas machen. Das rekursive und mimetische Tun bleibt zur Poiesis in der Lage. Man kann aus dem,was man hat, etwas machen, das sind gleich Wunder in einem. Thomas ist formgebunden, er kann aber dennoch Kritik produzieren, sogar Analyse kann er produzieren, auch da, wo mit der Rekursion nichts am Vorgang aufhört, reproduktiv zu sein. Thomas steigt nicht aus den Formen aus, nicht aus der Verstellung, nicht aus der Meteorologie des Nebels (nicht aus der Metaphysik des Schwebens und nicht aus Moliere), nicht aus der babylonischen Verwirrrung, nicht aus den Schleiern/ nicht aus dem Velum/ nicht aus Brunelleschis oder Albertis Apparat der Perspektivbildung). Nicht einmal das Nackte, Bloße und Bare wird Yan Thomas in diesen zwei ersten Sätzen los. Yan Thomas reproduziert offenbar marxistische Kritik. Er reproduziert wohl marxistische Kritik. Scheinbar reproduziert er marxistische Kritik. Wir vermuten, dass er die Mut hat (sich zumutet), sich seines eigenen Apparates zu bedienen.
Mit Aby Warburg gesprochen: Wir lesen diese zwei Sätze als Sätze eines Distanzschaffens, das die Distanz, die es schafft, nicht zurücklegt. Dieses Distanzschaffen adressiert und polarisiert ein Problem. Wir lesen diese zwei Sätze dazu noch als Verleibungen in Aby Warburgs Sinne: Diese Sätze können symptomatisch und repräsentativ gelesen werden. Wir lesen schließlich beide Sätze als Formeln, in denen sitzt, was Adolf Reinach einen Akt nennt und was Cornelia Vismann einen Akt nennt. Wir lesen beide Sätze in Listen und Alghorithmen. Beide Sätze erscheinen uns routiniert, rotierend und elliptisch kreisend (sie können lässig, gelassen, auslassend und ausgelassen gelesen werden). Wir lesen die Formeln sogar als Pathosformeln, weil auch im Akt Passion kooperiert. Pathos umfasst insoweit alle Schichten des Akts und der Passion; Pathos umfasst die Skalen von Akt und Passion durchgehend und umfassend. Zum Pathos gehört insoweit sowohl das Sublime mit seinen Spitzen, Scheitelpunkten und Kippmomenten als auch das Subtile, das ebenfalls solche Spitzen, Scheitelpunkte und Kippmomente kennt. Man kann Yan Thomas schlau lesen und man kann ihn dumm lesen. Man kann ihm ein tu-quoque vorhalten. Man kann ihm vorhalten, sich im Marxismus zu spiegeln und dabei zu viel von seiner Sicht in die marxistische Kritik zu projizieren. Man kann ihm Kredit geben; es sind kurze Sätze. Man muss ihm nichts vorhalten, muss ihm keinen Kredit geben.
Die Perspektive der Kulturtechnikforschung ist beschrieben: Mit Aby Warburg lesen wir seine Sätze als Sätze des Distanzschaffens und der Verleibung; mit Cornelia Vismann lesen wir sie als Akte und graphische Züge, mithin als Aktenauszug. Dazu, auch das sei noch einmal wiederholt, begehren wir sein Begehren und haben an seinem Bedarf keinen Bedarf; wir lesen ihn aus der Fülle der Formen und ihren Regungen, nicht aus dem Mangel heraus. Wir lesen die Sätze als vague Assoziationen, vague Trennungen und vague Austauschmanöver. Das Vague halten wir aber nicht für unbestimmt, nicht für unscharf, nicht für homogen, nicht für leer, nicht für indifferent, unentschieden oder unterschiedslos. Das Vague ist Ausdruck (Charakter, Typus, Letter) eines Begehrens. Es geht mit Unbeständigkeit einher. Das Vague lesen wir sogar als Qualität der Rekursion und Mimesis.
2.
Das Recht sei die ultimative Quelle einer Bindung: Nicht religiös, ‚obligiös‘ nennt Thomas diese Bindung. Obligation, nicht Religion nennt Thomas das, was an der ultimativen Quelle hängt, die Thomas die legale/ rechtliche Norm nennt. Thomas spricht präzise: die rechtliche Norm sei ‚a little the ultimate source‘. Wir nehmen das Q beim Wort, das es anfängen lässt (Quelle). Wir nehmen das s beim Wort, das das es anfangen lässt (source). Wir nehmen die Letter beim Wort und beim Bild. Dem O (eau/ ovo/ elle, d.i. sie: Madonna del Parto oder Marquise von O) entspringt was, so wird die Grenze der Norm gekreuzt, darum also Q. The ultimate source is the first and principle spring break celebration. Das Wort Quelle fasst einen eindringlichen Begriff. Das Wort Quelle fängt ‚mimologisch‘ (Genette) an und bleibt doch rekursiv. Gut, dass die Kinder ihre surreale Hochausbildung mit ca. 5 1/2 Jahren abgeschlossen haben, hoffentlich vergessen sie nichts davon, sobald sie die Schule betreten.
Das Wort source fängt mimologisch und rekursiv an (akustisch endet es allerdings so, wie es anfängt, our word source). Die Bindung schlängelt sich, sie bildet Schlingen, sie schlingt oder knotet. Verauscht etwas in dem Satz von der rechtlichen Norm? Es kann ein Rauschen sein, es singen wohl die Nixen, tief unten ihrem Reim auf das, was die legale Norm sein soll. Auf jeden Fall insistiert Thomas darauf, dass die rechtlich qualifizierte Norm ziemlich gründlich sei. Butter bei die Fische: Die rechtliche Norm sei ziemlich gründlich, da sie ein rein konstatives Modell immanenter Werte sei. Sie stellt etwas, als ob es stünde: fest bis festlich ist die Norm Form. Sie bildet ein Modell/ modelliert ein Bild dessen, was imment und valuiert oder ganz vielleicht sogar ohne Evaluation (etwas) Wert sein soll.
Man kann Thomas‘ Text komplizierter machen als er ist, muss es aber nicht. Ich will so grundsätzlich bleiben wie er: kein Ausstieg aus Mimesis und Rekursion. Thomas macht etwas mit Lettern, er nutzt Operationsketten auf Operationsfeldern. Was ein Aktenauszug ist, das ist Sequenz in Frequenzen, das Lesen ist insoweit auch dann listig, wenn ein einzelner Satz nicht listenförmig ist. Lesen, das Schritt für Schritt, besonnen oder rasend, schnell oder langsam voran geht, ist routiniert, damit schon algorithmisch. Wir lesen nach Art des Zweistromlandes, insbesondere die neuesten Apparate tun das: sie lesen, wie südlich des Aralsees, in Choresmien man liest.
Wir unterstellen, dass es darin kleine und kleinste Operationen gibt, dass aber jede, auch die kleinste Operation, als Trennung, Assoziation und Austauschmanöver betrachtet werden kann. Noch die kleinste Setzung übersetzt etwas und setzt über. Das nennen wir Detail: jene Situation, in der nach einem Wort von Michael Stolleis alles anders sein soll, dem Volksmund nach soll der Teufel, Aby Warburg nach der liebe Gott im Detail stecken. Das Detail ist geballt, es kann bolisch übersetzt werden. Das Detail kann lähmen (es bringt dann Energie auf, zu bremsen oder aufzuhalten), es kann Schub geben. Was daran Aktant ist, ist auch Passant. Was daran Akt ist, ist auch Passion (so nennen wir das, was auch Pass, Passivität und Pathologie sein kann). Die Form, auch die kleinste Form, verkehrt – sie reproduziert auch ein Begehren.
Falls jemand die Übersicht verloren hat: Wir teilen Yan Thomas Ansichten, wir teilen seine Fragestellung und seine Probleme. Wir gehen davon aus, dass das, was er sagt, selbstverständlich ist, weil es evident ist. Es ist evident, indem es vor Augen geladen ist.
Alain Pottage hat vor ein paar Jahren in einem Kommentar zu Yan Thomas einen Vorschlag gemacht (der Text findet sich hier):
Anthropological scholarship after Marilyn Strathern does something that might surprise lawyers schooled in the tradition of ‘law and society’, or ‘law in context’. Instead of construing law as an instrument of social forces, or as an expression of processes by which society maintains and reproduces itself, a new mode of anthropological enquiry focuses sharply on ‘law itself’, on what Annelise Riles calls the ‘technicalities’ of law. How might the legal scholar be inspired by this approach? In this article, I explore one possible way of approaching law after anthropology, which is to find within law’s own archive a set of resources for an analogous representation of law itself. Drawing on the historical scholarship of Yan Thomas, I suggest that the Roman conception of law as object offers an engaging counterpart to the anthropological take on law as a specific set of tools or, technicalities, or as a particular art of making relations.
Das Wort Counterpart ist hier so ein Detail, in dem alles anders sein kann, in dem Wort kann der liebe Gott und der Teufel stecken. Bolisch übersetzt ist ein Counterpart eine Kopie, ein Gegenüber, ein Gegenstück, ein Kollege, ein Gefährt(e), Doppelgänger (gefährlich und riskant wie sein Gegenüber). Ein Counterpart ist ein Verkehrsobjekt und ein Verzehrsobjekt: es ist ein Konterfei oder eine Kontrafaktur. Es pflegt eine mimetische Beziehung, die auch bildet oder abbildet – die Symmetrie dieser Beziehung steht in Frage. Counterpart, Kontrafaktur und noch das Wort Abbildung markieren auch, dass die mimetische Beziehung widerständig, insistierend, selbst unruhig und unbeständig ist. Pottage arbeitet heraus, was auch mir wichtig wäre und was Cornelia Vismann in ihrem Aufsatz zu Kulturtechnik und Souveränität als Aufgabe der Kulturtechnikforschung begreift. Sie fasst das im Zusammenhang von Institution und Substitution: Man arbeitet zu Unterscheidungen, sie sich nicht leugnen lassen, die aber ungenügsam sind. Ihre Unmöglichkeit hat man begriffen, und doch (nicht darum!) gibt man sie auf, bleiben also Aufgaben in Ino Augsbergs Sinne; es bleibt eine Aufgabe, Unterscheidung zu übersetzen, die sich als erste oder letzte Unterscheidungen gezeigt haben und damit als Unterscheidungen, an denen es nicht weitergeht. Sie bleiben zu reproduzieren, zu wiederholen, zu reparieren, zu redigieren, zu reduzieren. Sie rekurieren doch auch.
Ich nenne das eine anthropologische Lehre: nämlich die Vorstellung, dass alles das, was hier vorkommt, auch da vorkommt (nur in anderen Sequenzen/ Frequenzen). Yan Thomas ist einer von denen, die einem römischen Recht nachspüren, das aus dieser Lehre heraus arbeiten soll (so nämlich normiert und formiert Thomas das römische Recht). Yan Thomas wäre insoweit nicht nur counterpart der Anthropologie nach Annelise Riles, Marylin Strathern, Roy Wagner oder Ecuardo Viveiros de Castro; er wäre auch counterpart der dogmatischen Anthropologie Pierre Legendres.
Selbstverständlich kann man jeden dieser Autoren schriftsätzlich entsetzlich positionieren und dann als Lösung oder Blockade von (römischen) Fragen aufstellen. Das aber ist Technik, künstliche Beredsamkeit.
Gegenüber Alain Pottage (ihn also kopierend) schlage ich vor, im Hinblick auf Mimesis und Rekursion noch einmal zwischen juristischen Methoden und juridischen Kulturtechniken zu unterscheiden. Ich gebe zu und verrate hier niemandem etwas: ich halte nichts am Recht für eigenschaftslos. Ich halte alles am Recht für eigenschaftsfrei. Ich gehe davon aus, dass das Recht austauschbar und verwechselbar ist – und dass dies nicht einmal ein schlechte Botschaft ist. Ich gebe auch zu und verrate damit wieder niemandem etwas, dass ich die Forschung zur Geschichte und Theorie der Kulturtechniken als Beitrag zu Wissenschaften der Wiederholung verstehe. Zu einer Wissenschaft vom Allgemeinen tragen sie vermutlich nichts bei.
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