Vesting ist eine römische, juridische Kulturtechnik. Vesting ist die englische Bezeichnung für diese Technik. Sie besteht darin, dem Priester in mehreren Schichten Trachten überzuwerfen. Der Vesting-Akt von engl. vesting = bekleiden, einkleiden) íst das kleinste Element im Verfahren liturgische Gewänder (Paramente) anzulegen. Priester, Diakone und Ministranten kooperieren dabei. Der Vesting-Akt bereitet das Messen und Missen, auch das Tafeln vor.

Der Vesting-Akt legt in Schichten Trachten an, leicht vulgär gesagt verkleidet man so den Amtsträger. Im weiteren, auch säkularen und modernen Sinne üben nicht nur römische Amtsträger den Vesting-Akt aus, auch deutsche Richter, tun das, wenn sie ihre Robe anlegen.
Das Rechtssubjekt soll nicht Kants Taube sein. Sprich: Es soll sich nicht über das Material und die Physik der Medien beschweren, es kann die Widerständigkeit und Insistenz der Medien und Kulturtechniken sogar genießen. Klagt es, soll das ein Begehren sein. Klagt es in Anbetracht einer ‚Physik der Medien“, soll auch das ein Begehren sein. Tauben wären seltsam, wenn sie sich den Luftwiderstand beklagen würden, im ihn loszuwerden, denn ohne ihn würden sie schlicht vom Himmel fallen. Subjekte wären seltsam, wenn sie sich nach dem Vorbild von Kants Taube über die Physik, das Material und die Technik beklagen würden. Auf dem Umstand, dass das Subjekt den Widerstand und die Insistenz der Objekte nutzt, basiert nicht nur ein Teil der Vorstellungen vom Eigentum und von Persönlichkeitsrechten, sogar von der Würde des Menschen.
Darauf basiert auch die Geschichte und Theorie der Kulturtechnikforschung. Many people don’t know that. Mit dem Pflug schwingt sich der Bauer auf, den Acker zu händeln, Pommes und Rom zu produzieren. Manche lesen Vismann klug, manche dumm. Manche verkürzen die Lektüre, manche verlängern sie. Das ist Freiheit, aber nicht nur. Auch Ökomonie, wann man Ökonomie als Wissenschaft des Begehrens und des Bedarf und schließlich als Echographie versteht, das heißt als Technik, mit Musen, Nymphen, Satyren und andere ausschlagenden Wesen (das können auch Texte oder Bilder sein) rekursiv und responsiv zu kooperieren. Das Subjekt kann sich regen, die Objekte können dabei helfen: Sie können anregen, aufregen, abregen. Auch die Subjekte können das. Wenn wir schon bei der Ökonomie sind: Subjekte können sogar Objekte werden und Objekte Subjekte. Aber wem sage ich das? Das wissen schon die Todler.
Der Vesting-Akt ist eine Kooperation. Dabei kooperieren nicht nur mehrere Subjekte (Priester und Ministranten). Dabei kooperieren auch Subjekte und Objekte. Dabei kooperiert das, was aus Fleisch sein soll, mit dem, was aus Textilien sein soll. Das, was lebendig sein soll, kooperiert mit dem, was tot sein oder nachleben soll. Das was Bild sein soll, kooperiert damit, was Körper, was Text, was Tracht sein soll. Der vesting ist eine Kontrafaktur. In seinem fantastischen Text zur Kunst der Gesellschaft kommt Niklas Luhmann auf Quasi-Objekte zu sprechen, das sind auch Kooperationen zwischen Subjekten und Objekten. Er nennt dort Könige und Fußbälle als Beuspiele solcher Quasi-Objekte. Weil solche Quasi-Objekte sogar zum Subjekt oder zum Objekt werden könne, das Subjekt also in den Zustand des Objektes kippen kann, werden sie in der Kulturtechnikgforschung auch als Polobjekte bezeichnet. Kippen die in den Zustand des Subjektes, könnten daraus Polarforscher werden, müssen sie aber nicht. Selbst Könige können Polarforscher sein, aber wem sage ich das, das wissen schon die Todler. Meta, meine wunderbare Helferin im Alltag, die weiß das, die ist wendig. Wenn die Maschinen sich wenden können, dann können die Menschen das auch. Sind Subjekte wichtiger als Objekte oder Objekte wichttiger als Subjekte? Verkürzt jemand, der zum Subjekt forscht, die Möglichkeiten, an andere Stelle über Objekte zu forschen? Verkürzt jemand, der zu Objekten forscht, die Möglichkeiten, zu Subjekten zu forschen? Auch das kaqnn eine ökonomische Frage sein, dann müsste man die Situation in Bezug auf Rivalität und Nicht-Rivalität analysieren. Das ist nicht nur eine ökomische Frage. es kann auch zu einer juristischen Frage werden, nämlich wenn die Frage nach der Wahrheit eine Frage nach dem Gesetz sein soll. Diese Situation nennt Fögen die Enteignung der Wahrsager. Sie assoziert das mit der Entstehung von Wissensmonopolen. Behauptet ein Autor, andere Autoren würden die Welt verkürzen, weil sie nicht schreiben würden, was er schreibt, ist das aber nur ein Indiz in Sachen Rivalität und Versuch, das Wissen zu monopolisieren. Es kann kan sein, dass er das gar nicht so meint, wie er sagt. Es kann sein, dass er anderen Wissenschaftler sagt, ihre Wissenschaft sei eine Verkürzung, weil er in Wirklichkeit meint, er habe bisher zuwenig von dem heißen Scheiß bekomen und wolle mehr von der dieser fantastischen, begehenswerten Wissenschaft. er könnte also auch sei, ihre Wissenschaft sei eine Reiz, eine Reizung, ein große Anregung, sie sei so anstössig, weil sie ein großer Anstoß wäre.
Zurück zu Luhmann: Luhmann kommt auf die Kunst der Kooperationen zwischen Subjekt und Objekt im Kontext von Königen und Fußbällen zu sprechen. Der Kontext bezieht sich weiter noch auf etwas, was er einmal im Kontext des Recht eine kontrafaktische Stabilisierung von Verhaltenerwartungen genannt hat. Das heißt, dass die Kunst, von der er da spricht, auch die Kunst des Rechts und der Gerechtigkeit ist. Weiter noch ist das die Kunst, die auch Technik genannt wird. Luhmann interessiert sich an dieser Stelle fpr Kooperationen zwischen Subjekt und Objekt, weil er sich für kontrafaktische Stabiliserung interesssiert. Das war ein Lebensthema von Luhmann. Schaut man in seinen Zettelkasten, fallen insoweit etwa seine Zettel zu einem Literaturgenre auf, das sich mit dem Lebensthema von Aby Warburg überschneidet. Diese Literatur kursiert unter dem römischen Totel De Constantia. Der Vesting-Akt ist in diesem Kontext nicht nur eine Kooperation, er ist auch eine Kontrafaktur.

Der Vesting-Akt ist eine Kontrafaktur und zählt insoweit zu den Schichtungen, die auch Kreuzungen sind. Der Vesting-Akt rauscht, kracht und nöselt noch dann, wenn er in Formation steht und so zur Information wird.

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