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Westkunstfreiheit

Was war nochmal Westkunst? (2026)
Als Museen Ausflugsorte für Satellitenfrösche waren, da waren es impressionistische Orte, sie beeindruckten. Deswegen kamen auch die Satellitenfrösche, und das nicht alleine. Sie brachten jemanden mit, in der Erwartung, Eindruck anzapfen und notfalls, d.i. im Fall einer Schöpfung, die sich entweder ausgeschöpft oder auch nur kurzfristig erschöpft hatte, einspringen zu können.

I.

Ach was soll’s. Gestern hat mich Florian Forster dabei erwischt, wie ich mit einem gelben Buch von Mohr Siebeck in der Hand durch die Flure des MPI gehe. Jetzt ist es raus. Ich kann jetzt nicht mehr so tun, als sei ich nicht auch ein Dogmatiker.

Wenn es nach meinen Münchner Kollegen gehen würde, hätten sie, Herr Steinhauer, nicht einmal promovieren dürfen, das ist bisher die einzige explizite Reaktion also auch die einzige produktive Reaktion, die ich dank Stefan Korioth auf diesen Text aus der Antike meiner Schreibepisoden bekommen habe (selbstverständlich am Tisch beim Italiener, also in angestammtem Staatsrechtslehrerterroir). Sie war direkt, wenn auch nicht am Text ausgerichtet. Das ist, aus dem Zettelkasten paraphrasiert, eine der sogenannt kollegialen Reaktionen, die mich nicht auf die Palmen, sondern unter die Palmen, nämlich zu den Law Bars im Land der Kannibalen, in die Zonen anthropovaguer Wesen und in den Geltungsbereich des Tropenrechts gebracht haben, ich beharre darauf. Die Schläge ins Gesicht sind halt auch produktiv. So schlimm finde ich den Text jetzt nicht (auf den Fußnotenapparat und die ausführliche Lektüre Ridders bin ich sogar sehr stolz). Am Teflondiskurs deutscher Bratpfannendogmatik ist dieser Text vollständig abgeperlt. Immerhin was für das Archiv (jenes!). Die übrigen Reaktionen bestanden darin, zu schweigen und auch sonst nicht zu reagieren.

Ich verstehe allerdings die Verachtung der sogenannten Kollegen, denn man ist nicht nur ihr Objekt, man ist auch ihr Subjekt, das ist ja das Unbehagliche an dieser Verachtung (le mepris): man erwischt sich selbst dabei. Darum ist es ja ein Verstehen, weil man es mitmacht.

II.

Um, wen und was auch immer, von den Subjekten und Objekten der Verachtung frei zu nehmen, empfiehlt es sich, zu werden, was man nicht sein soll. Die Überraschung, mich mit einem gelben Buch von Mohr Siebeck in der Hand zu sehen, erkläre ich mir in der Sommerhitze so: Ich solle kein Dogmatiker sein. Also werde ich es einfach zum Alterswerk hin. Die Leitfrage dieses Forschungsprojekts lautet insoweit: Wozu die Kunstfreiheit beschirmen? Oder so: wozu der Kunst eine Schirmherrschaft? Methodisch halten wir uns an die Geschichte und Theorie juridischer Kulturtechniken, also auch an eine private Praxis öffentlicher Dinge

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