
Meta, das ist eine APP auf dem mit Augen und Händen zu betrachtenden Handy, die mit künstlicher Intelligenz Bilder generiert, bestreitet und unterhält. Meine App Meta operiert bildökonomisch, das heißt auch bildend, mimetisch und rekursiv. Dank und durch Meta, insoweit unterscheidet sich Meta nicht einmal von der Metaphysik der Sitten, kann man etwas über Kulturtechnik und Recht in Erfahrung bringen. Ich arbeite methodisch nicht so viel mit klassischen akademischen Texten, obwohl das sehr interessant ist. Mich interessiert aber Kant, Foucault und Klossowski in der Praxis der Personen, Dinge und Handlungen, die mich umgeben. Ich lese mit großem Interesse und Vergnügen, wie Wissenschaftler Kant oder Foucault auslegen. Eins finde ich aber fast noch aufregender, nämlich wenn ich einem Kantianer in Pariser Nächten begegne, der nie von Kant gehört und nie seine Texte gelesen hat. Darum zitiere ich eher Alltag als Universität, das habe ich in der Frankfurter Schule, Abteilung Benjamin gelernt.
Das Prompten ist eine zeitgenössisches Verfahren der Bildrhetorik, der Bildregeln (Steinhauer, 2009) und der ekphrasis. Meta sagt oft, dass sie ein Bild erstellen würde, zeigt auch lange an, dass sie rechnet, dann bockt sie aber und macht Vorschläge, wie man ihre Bilderverbote umgehen könnte. Das ist ein wunderbares Verfahren, um Leuten zu erläutern, was Bilderstreit seit der Antike eigentlich ist, es geht mit juristischen Methoden einher und mit juridischen Kulturtechniken. Horst Bredekamp hat das in einem frühen Buch so erläutert: Kunst ist ein Medium sozialer Konflikte. Bilder händeln alles, sie bestreiten alles, sogar unsere Menschenbilder und das Bild, das wir uns von Personen, Dingen und Handlungen innerhalb und außerhalb des gesellschaftlichen Rahmens machen.
Darum ist für mich auch Bild- und Rechtswissenschaft eine Wissenschaft. Und die ist auch Nachbarwissenschaft, wenn Nachbar alles das und alle die sind, die nach der Bar, zum Beispiel nach einem Muster kommen. So sieht’s die ‚deutsche Kulturtechnikforschung‘, die von dem Wissenschaftler Philip Schimchen mit seinem rechtmäßig preisgekrönten, nämlich mit dem mutigen und äußerst anstößigen Buch zu ‚Recht als Praxis‘ jüngst noch einmal Anstoß gegeben hat, sich zu erklären. Man muss nicht wissen, was Kulturtechnikforschung tut, man kann es aber wissen – und sollte es nur wissen, wenn man es begehrt.

Die Vermessung der Liegenden: Bildakte(n) der Büro- und Studiokratie. Das sei „gut und gerecht“, so sagt der Bild- und Rechtswissenschaftler Albrecht Dürer das in seinem Lehrbuch, also einer Institution im kulturtechnischen Sinne.
Das kann man sich denken: Meta weigert sich, Albrecht Dürers berühmte Zeichung von der Vermessung der Liegenden, eine Zeichnung die Vismann zum Gegenstand ihrer Theorie der Akte(n) gemacht hat, selbst zu generieren, auch wenn man sie bittet, die Personen durch anständige Baseballspieler (quasi basalbolische Akteure) zu ersetzen. Die Vermessung der Lügenden, das geht, wenn man unterstellt, dass Baseballspielerinnen auch lügen, fingieren oder kontrafaktisch operieren können, wenn sie also zum Beispiel auch römische Juristinnen oder Cornelia Vismann, aber auch Yan Thomas oder Alain Pottage sein können. Diese Baseballspielerin im Bild oben, das ist freilich Meta in der ‚Physik der Medien‘ (so der Foucaultübersetzer Walter Seitter) selbst. Sie ist vermessen und sie vermisst. Die ist eine von uns.
Juristische Methode ist eine Methode, etwas richtig meinen zu können. Juridische Kulturtechnik ist ein Verfahren, etwas dezent begehren zu können, also einfach so begehren zu können, dass es geht, und sei es auch vorüber. Juridische Kulturtechniken zeichnen, das sind graphische Züge, die etwas vertragen und betrachten, auch übertragen können. Wem die Zeichnung von Dürer nicht reicht, kann ein animiertes und animierendes Reenactment dieses Lehrbeispiels auf youtube finden. Er, sie oder es wird dann wissen, wenn er, sie es sieht. Das Video wird dringend empfohlen, auch wegen des Vorlesers und wegen Dürers Schreiben, das er dort vorliest. Aber der pornographische Aspekt instituiert auch.
Ich vertrauen jenen Vestingisten, die unsere Forschung und Lehre zu den Kulturtechniken so betrachten und so darüber schreiben, wie Thomas Vesting das tut. Denn eins steht außer Frage: Wenn diese Les- und Schreibarten den Vestingisten nicht produktiv wären, dann würden sie es nicht tun. Mir scheint die Lesart und Schreibart, die Thomas Vesting in einen Tübinger Vortrag entfaltet und vorgeschlagen hat, die nun auch aktuell von Philip Schmichen evident übernommen wird freilich völlig absurd! Aber: Credo quia absurdum!
Das Schreiben der Anderen ist ihr Sekret, nicht meins. Die Geheimnisse der alten Ägypter waren den alten Ägyptern selbst ein Geheimnis. Die Scheidekunst des Anderen, das ist nicht meine Scheidekunst. This does not stand: Sheep, sleeping in their own secrets. They lie, like lurking lawyers ’n liars. Und sie können doch Wölfe sein! In der Kulturtechnik sind die Personen unbedingt wichtig und ebenso unbedingt völlig austauschbar. Ein subjektives Recht sollte ja für mehr als eine Person was taugen und sollte sich nicht im Gebrauch endgültig verbrauchen. Subjektive Rechte sollten wiederholbar sein.

Ist das die tropische Hitze oder ist Meta immer so träge bolisch? Sie kriegt die Vermessung der Lügenden aber immer hin, etwas geht immer.

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